Natur im Bild


Naturfotografie Heidi und Urs Jost
 

Eine unglaubliche Begegnung mit einem Fuchs

 







































Wind und  Regen, Steine, Bäume, Tiere,
sogar kleine Insekten wie Ameisen und Grashüpfer. 
Wir versuchen sie zu verstehen, nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen, 
und ein winziger Hinweis genügt uns,
ihre Botschaft zu erfassen.

Indianische Weisheit


Mitti Auguscht, am Abig am Achti, voll uf mich konzentriert, i der Meinig zu dere Zyt niemer meh azträffe, bin ich mit em Velo  d`Schaubere durab Richtig Chnuteler Bad gfahre. 

Churz nach em Chnuteler Bad, han ich echli vorus gluegt und s`Gfühl gha, dass uf der Schtrass Lüt sind wo öpis beobachted. Echli nöcher han ich dänn gseh, dass en Famili mit zwei Chind bim Maisfeld mit eme Feldstächer en Fuchs beobachted. Won ich gmerkt han, dass der Fuchs zwar schüch, aber au neugierig isch, han ich mich churzerhand entschide zruggzfahre und de Fotiapparat z`hole.

Obwohl ich gwüsst han, dass d`Chance chli wird si, das Tier no az`träffe, bin ich mit em Velo heigfahre, han schnäll s`Fotizüg packt und ha mich dänn schnurschtracks mit em Auto wieder uf e Wäg gmacht. 

Am Ort acho, bin ich uf e Bode gläge und langsam Richtig Maisfeld grobbet. Der Fuchs isch würkli no det gsi.

Au d` Famili, mit de 2 Chind, won ich übrigens kännt hann, isch immer no det gsi. Sie händ im Fuchs uf sicheri Dischtanz, um ihn nüd zverschrecke, es paar Servelatredli, zuegworfe. 

Vo jetz a hät mini volli Konzentration em Fuchs gulte. Centimeterwis bin ich ihm nöcher chu. Will mir üs fascht uf glicher Ebeni bewegt händ, isch er immer gwundriger worde, was ächt das fürnes luschtigs Läbewäse isch, wo da uf em Bode ummechrücht.

Es paar Meter hinder mir han ich durend verwunderiti Lut ghört, wills die Chind mit ihrne Eltere nüd glaubt händ, dass es möglich isch, bis ane halbe Meter a das Tier änezcho. Us nöchschter Nöchi han ich mich chänne überzüge, dass es sich umne wunderschöne, gsunde und usgwachsne Fuchs handlet.

Inzwüsche isch scho meh as e Schtund verschtriche, es isch dunkel worde und d`Taschelampe hät de Geischt ufgäh.

Die meischte Familiemitglieder händ sich jetz uf e Heiwäg gmacht. Ich bi mit em einte Meitschi, wo extrem fasziniert gsi isch vo dere Begägnig, zruggblibe. Der Vater will spöter mitere neue Taschelampe zruggcho.

Der Fuchs hät sich underdesse i Wald zruggzoge und mir händ nur zwüschetine sini lüchtende Auge chänne gseh.

Scho gli isch de Vater mit de neue Taschelampe, wo zum Fotigrafiere im Dunkle absolut notwendi isch, wieder zruggcho.
Uf einisch han ich gmerkt, dass de Fuchs sich vom Wald Richtig Bächli bewegt. Schinbar hät er vo de Servelatredli Durscht übercho. 

Langsam und vorsichtig bin au ich Richtig Bach kroche. Zerscht as Wasser und schliessli is Wasser. Zum Glück hätts nur öpe ne Wassertüfi vo ca. 30 Centimeter gha. Ufgschtützt uf mini Aerm han ich de Fuchs bim Wassersufe chänne fotigrafiere. 

Er hät mich ständig beobachtet. Ich han aber, so glaub ich, inzwüsche sis Vertraue gwunne. Ganz ruhig, fascht unbeweglich han ich gwartet, was passiert. Gwundrig hät er sich schtändig echli nöcher a mich äne gwagt, bis er so nöch gsi isch, dass ich ihn hetti chänne alänge. Selbverschtändlich han ich das nüd gmacht. Nüd us Angscht, sondern us Respekt und Achtig vor dem Tier, sis Vertraue nüd z`missbruche. 

Will mini Rueh und mini langsame Bewegige ihm nüd Angscht gmacht händ, han ich sogar es paar Portraits vo ihm chänne mache. Ich cha gschtunet, dass er sich vom Blitz nüd hät lo schtöre. 

Schliessli hät er sich umdreiht und isch de Bach duruf gloffe

Ich cha mich echli ufgrichtet, han mini Bei müese schtrecke, will ich fascht de Chrampf übercho han und uf eimal................. gsehn ich, wien er rechtsumkehrt macht und wieder uf mich zuechunnt. Völlig im Bann vo dem spezielle Moment glaub ich’s fascht nüd, was das Tier jetz macht. Ich ligge regigslos, mini Füess echli vomer gschtreckt, aglehnt am Bachbord, d`Kamera vorem Gsicht. 

De Fuchs chunnt immer nöcher bis er schliessli bi mine Füess aglangt isch. Hinder mir, es erschtunts „das glaub ich ja nüd, .............. häsch nüd Angscht?"

De Fuchs will jetz würkli e Nase voll vo mim Gruch ufnäh. Zum Glück han ich vorher no d`Schueh chänne abzieh, schüssts mir dure Chopf. Jetz isch er würkli mit de Nase a mine Füess. Ich spüre öpis wien e Hundeschnauze. Obwohl de Moment es paar Sekunde duret, schaff ich’s, regigslos z`blibe und en Foti zmache. 

Nachdem er e Nase voll gnoh hät, isch sine Gwunder befridiget gsi und er zottlet seeleruhig wieder de Bach duruf.

Won ich uf d`Uhr luege, glaub ich’s würkli fascht nüd: Ich ha därfe en Fuchs 4 Schtund beobachte, bi mit ihm im Wasser gläge, ha weder d`Chälti vom Wasser, no Angscht gspürt. Nur e grossi Faszination und en Zauber, zu dene Lüt z`ghöre, über Schtunde e so nöch bimene wilde Tier i de Natur därfe z`si und sis Vertraue z`gwünne.

Das Erläbnis sell zeige, was mit gägesitigem Vertraue, Respäkt, Verantwortigsgfühl, vil Geduld und der notwändige Rueh möglich isch. 

Im August 2011

Heidi Jost