Natur im Bild


Naturfotografie Heidi und Urs Jost
 

09. August 2014:
Blauer Norditalienischer Laubfrosch (Hyla perrini) im Naturlehrgebiet Buchwald, Ettiswil

Am Nachmittag des 9. August 2014 erreicht uns ein Handy-Anruf des Ornithologen Peter Wiprächtiger: „Ich bin gerade im Naturlehrgebiet Buchwald in Ettiswil und stehe vor einem blauen Laubfrosch. Den solltet ihr unbedingt anschauen und fotografieren.“

Natürlich wollen wir uns einen blauen Laubfrosch nicht entgehen lassen und fahren, ausgerüstet mit Kameras, Wechselobjektiven und dem Stativ, ins nahe gelegene Naturlehrgebiet. Mit dem Auto sind es knapp 10 Minuten. Gleich bei der Zufahrt soll der Frosch in den Sträuchern einer Bachbestockung sitzen. Tatsächlich, schon aus dem Auto sehen wir das Blau des Frosches aus dem Busch leuchten. Der Laubfrosch – es handelt sich bei den dortigen Vorkommen um Italienische Laubfrösche (Hyla perrini) – sitzt sehr fotogen auf Augenhöhe in Ruhestellung am Stängel eines Waldbrustwurzes. 

Wie aber kommen nun Norditalienische Laubfrösche (Hyla perrini) überhaupt auf die Alpennordseite ins Naturlehrgebiet Buchwald, wo sie ursprünglich gar nicht leben, und wie kommt es zur Blaufärbung eines einzelnen Individuums dieser Art?

Die Italienischen Laubfrösche wurden um 1980 aus dem Tessin importiert und im Naturlehrgebiet Buchwald ausgesetzt, wo sie sich bis heute gehalten haben. Die damaligen Initianten dieser Ansiedlung waren der Meinung, dass es sich bei den Tessiner Laubfröschen um den früher in der Gegend durchaus heimischen Europäischen Laubfrosch (Hyla arborea) handle – tatsächlich gelten die Norditalienischen Laubfrösche erst seit relativ kurzer Zeit als eine eigene Art.

Physiologisch beruht die Blaufärbung bei Laubfröschen auf fehlende Farbzellen in der Haut, die unter anderem aus bikonvexen Xantophoren mit gelben Pigmenten bestehen. Bei Mutationen, denen diese Xantophoren fehlen, erscheint der Laubfrosch blau. Es sind aber auch Mutationen bekannt, denen zum Beispiel Schwarzanteile fehlen. Diese Tiere sind dann sehr hell. Und auch vollständig weiße Albinos, deren Körper überhaupt kein Melanin produzieren kann, wurden schon beobachtet. Sie überleben in der freien Natur durch die sehr empfindliche Haut und wegen der komplett fehlenden Tarnung wohl nicht lange.

Norditalienische Laubfrösche (Hyla perrini), blau

Norditalienische Laubfrösche (Hyla perrini), blau

Norditalienische Laubfrösche (Hyla perrini), blau

  Norditalienische Laubfrösche (Hyla perrini), blau

Norditalienische Laubfrösche (Hyla perrini), normal gefärbt